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Belegbare Unrentabilität der KönigsCard

Die KönigsCard (KC) stellt einen Eingriff von staatlicher Seite in die freie soziale Marktwirtschaft dar. Offensichtlich erkannte man, dass es den Tourismus bei uns zu unterstützen gilt. Aus diesem Grund wurde beispielsweise die MwSt. für Beherbergungsbetriebe im Jahr 2010 von 19% auf 7 % gesenkt - allerdings nur bei Beherbergungsbetrieben, nicht bei touristischen Leistungsträgern. Dies wäre dringend notwendig und im Gegensatz zur KC eine gerechte Möglichkeit.
Der Nachteil des politikgesteuerten Marketing-Instruments KC besteht darin, dass es einen Großteil der vom Tourismus abhängigen Personen diskriminiert und dass letztlich die Vorteile den Nachteilen untergeordnet sind. Bei ehrlicher Betrachtung muss eingestanden werden, dass die KC keinen Mehrwert für die Region bringt.
Die Ungerechtigkeit dieses Systems besteht unter anderem darin, dass sich die KC-GmbH Rechte herausnehmen kann, die keiner anderen GmbH zustehen würden (z.B. riesige Werbetafeln auf freier Flur). Auch in den Kommunen herrscht Ungerechtigkeit, wenn zum Beispiel in Werbekatalogen seitenweise KC-Werbung auftaucht, diese aber nicht von den KC-Mitgliedern, sondern von allen Steuerzahlern finanziert wird. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass KC-Werbung nur von KC-Mitgliedern bezahlt wird, schließlich profitieren ausschließlich diese davon. Ein auf entsprechenden Ausgleich abzielender Antrag wurde jüngst vom Tourismusausschuss Pfronten, basierend auf der Begründung des Tourismusdirektors J. Schubert, abgelehnt. Eine Herauslösung der Kosten sei technisch nicht möglich und nicht sinnvoll, da Leistungsträger wie Bergbahnen und Museen davon profitieren würden. Selbstverständlich wäre jedoch eine Herauslösung möglich und gerade der Profit der Leistungsträger ist ja streitgegenständig.
Auch der unbedarfte Steuerzahler unterstützt die KC nachweislich in nicht unbeträchtlichem Ausmaß, selbst wenn die KC-Manager das Gegenteil behaupten. Vom KC-System profitiert nur ein sehr begrenzter Personenkreis, nämlich in erster Linie die Lohnempfänger der KC-GmbH. Deren Management verschlingt jedes Jahr ca. eine halbe Million, die tatsächlichen Zahlen werden verschwiegen.
Warum ein Großteil der Bevölkerung dennoch hinter der KC steht, ist unter anderem auf Statements von Lokalpolitikern und Tourismusmanagern zurückzuführen, die bewusst einseitig informieren und die Wahrheit unterdrücken. Sie glauben, mit dieser Marketingmaßnahme die Übernachtungszahlen frisieren und den Erfolg für sich verbuchen zu können. Sie agieren rücksichtslos gegenüber denen, die finanziell darunter leiden. Gäste, die im Urlaub viel unternehmen möchten, befürworten selbstverständlich die KC, weil sie dadurch Geld sparen. Es gibt aber auch Gäste, die keine KC-Angebote nutzen und dennoch mitzahlen, ohne dass man sie darüber aufklärt. Eine gezielte Maßnahme, um unwissende Touristen abzuzocken! Auch denjenigen gegenüber, die etwas unternehmen, ist man unehrlich, da man ihnen verschweigt, dass sie die KC tatsächlich indirekt über den Übernachtungspreis mitfinanzieren.
Das Problem besteht darin, dass diejenigen, die vom Tourismus abhängig sind, durch das Geld, welches die Gäste sparen, weniger verdienen und zum Teil sogar existenziell bedroht sind.
Tatsache ist, dass in unserer Region durch die KC nicht so viele Gäste zu gewinnen sind wie nötig wären, um die Kosten auszugleichen, geschweige denn einen Gewinn zu erzielen.

Auch die Medien spielen eine bedeutende Rolle. Sie geben oftmals ungeprüft vorgefertigte Pressemitteilungen der KC-GmbH wieder, vielleicht ohne sich bewusst zu machen, wie dadurch die Öffentlichkeit getäuscht wird. Ein Beispiel: „Königscard-Besitzer geben mehr Geld aus“ (AZ, 13.11.2015). Als Beweis wurde in dem Zeitungsbericht eine Studie des „deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr“ (dwif) an der „Universität München“ aufgeführt. Recherchen ergaben jedoch, dass es sich hierbei in Wirklichkeit um eine auf Profit abzielende GmbH handelt, die mit der Universität München rein gar nichts zu tun hat. Grundlagen der Berechnungen sind vom Auftraggeber (KC-GmbH) gemeldete Zahlen, deren Richtigkeit nie überprüft wurde. Was in der Zeitung erschien, wurde von den KC-Managern zensiert. So war beispielsweise zu lesen, dass die Tagesausgaben von KC-Gästen höher seien. Dies trifft allerdings nur auf gewerbliche Betriebe zu. Bei den Privatvermietern sind sie geringer - eine Tatsache, die bewusst verschwiegen wird! In einem Handout wurden die Zahlen der Übernachtungen und Gästeankünfte in Pfronten vertauscht, um mehr Übernachtungen vorzutäuschen. Die Behauptung, dass die Verweildauer von KC-Gästen länger sei, lässt sich gleichermaßen widerlegen, ebenso wie die vermeintliche Feststellung, dass sie teurere Unterkünfte belegen.
Sämtliche Berechnungen der dwif-Consulting GmbH resultieren aus betriebseigenen Datenbänken und nicht aus einer Erhebung von Primärdaten. Außer den befangenen KC-Managern wurde keine einzige Person im Ostallgäu oder der anderen Regionen befragt! Die Studie erfüllt in keinster Weise die Kriterien der Reliabilität, Validität und Objektivität. Ein Rückschluss auf das tatsächliche Ausgabeverhalten ist also auf dieser Basis nicht möglich. Sogar die dwif-Studie selbst weist darauf hin (siehe S.4 und S.24). Doch auch das wird der Öffentlichkeit verheimlicht.

Situation der Vermieter / Hoteliers

Zunächst scheint die Frage von Bedeutung, ob der Vermieter/Hotelier die Kosten für die KönigsCard selbst trägt, also seinen Gewinn um diesen Betrag direkt schmälert oder die Kosten auf seinen bisherigen Übernachtungspreis aufschlägt.
Liest man die KC-Werbung „250 Freizeiterlebnisse kostenlos“, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass der Beherbergungsbetrieb seinen Gewinn schmälert. Würden die Kosten aufgeschlagen, wäre es ja nicht kostenlos, was jedem denkenden Bürger einleuchtet.
Bei einem laufenden Gerichtsverfahren behauptet Rechtsanwalt Noll aus Stuttgart, welcher die KönigsCard Verträge ausgearbeitet hat, den angeklagten Hotelier Herrn Goldstein aus Pfronten vertritt und von den KC-Leistungsträgern bezahlt wird, dass sein Mandant die Kosten selber trage. Die Erhöhung des Übernachtungspreises 2010 um den Betrag, welcher an die KC-GmbH abgeführt werden muss, resultiere laut Goldstein aus Schäden eines Brandes in seinem Haus vor 53 Jahren. Auch bei allen anderen Gastgebern sei die Behauptung falsch, dass der Gast die Freizeitveranstaltungen durch den Übernachtungspreis mitzahle. Der Gastgeber trage also immer die KC-Kosten!
Es lässt sich relativ leicht errechnen, wie viel mehr an Übernachtungen ein Beherbergungsbetrieb generieren muss, um die Kosten der KC auszugleichen: nämlich die Summe der Kosten für die KC geteilt durch den Preis einer Übernachtung.
Beherbergungsbetriebe,
- die 100 € pro Person/Nacht verlangen, benötigen 5,88% mehr Übernachtungen,
- die 40 € p.P./N. verlangen, benötigen 18,18% mehr Übernachtungen,
- die 20 € p.P./N. verlangen, benötigen 62,50% mehr Übernachtungen,
- die 10 € p.P./N. verlangen (diese gibt es tatsächlich!) benötigen die doppelte Zahl an Übernachtungen,
um die Kosten der KC decken zu können.
Sind oben genannte Steigerungen erreicht, hat der Betrieb gerade einmal die Unkosten ausgeglichen, aber noch keinen Gewinn erzielt! Hinzu kommt, dass dieses Mehr in der Zwischensaison erreicht werden muss, da in der Hauptsaison den meisten Betrieben die Kapazitäten dazu fehlen. Die Zwischensaison ist für Freizeitangebote jedoch wenig attraktiv: keine Schulferien, für Wintersport kein (ausreichender) Schnee, für Wassersport zu kalt, viele Seilbahnen sowie Gaststätten u.a. Fremdenverkehrseinrichtungen geschlossen …
Die KC ist als ein Sonderangebot zu sehen, welches, wenn überhaupt, in frequenzarmen Zeiten offeriert werden muss, nicht in der Hauptsaison. Die meisten Gästekartenmodelle berücksichtigen dies, die KC und fünf weitere, nach demselben Muster gestrickte deutsche Karten nicht.
Im Schnitt dürften zum Beispiel in Pfronten die Übernachtungspreise bei ca. 35 € pro Person/Nacht liegen, d.h. man müsste hierbei ein Plus von fast 25% generieren, um die Kosten auszugleichen. Um einen spürbaren Gewinn zu erzielen, müssten mind. 30% bis 35% mehr Übernachtungen durch die KC gewonnen werden. Doch das tatsächliche Resultat sieht völlig anders aus: 2015 erreichten die KönigsCard-Betriebe in Pfronten lediglich ein Plus von 4,8%. Dies zeigt, dass sich die KC für die Vermieter in Pfronten keinesfalls rentiert. Auch andere Orte können kein besseres Fazit vorweisen.

Ein KC-Gast kann den Hotelier 110 € pro Nacht kosten

Ein Hotel mit 20 000 Übernachtungen müsste ca. 100 000 Euro pro Jahr an die KC-GmbH zahlen. Es ist nicht davon auszugehen, dass ein Hotel durch Beitritt zur KC doppelt oder gar dreimal soviele Übernachtungen hat, realistisch wäre vielleicht ein Zuwachs von 1000 Übernachtungen. Das würde be-deuten, dass der Hotelier für 21 000 Übernachtungen den Beitrag von ca. 5 Euro pro Gast an die KC-GmbH bezahlen müsste (21 000 x 5 = 110 000 Euro). Tatsächlich hat er aber nur 1000 Übernachtungen dazugewonnen, d.h. die 110 000 Euro sind nicht durch 21 000, sondern durch 1000 Übernachtungen zu teilen, was wiederum bedeutet, dass ihm ein KC-Gast 110 € pro Nacht kostet (Quelle: Formel von W. Häußler).

Schadensfreiheit durch Aufschlag

Viele Vermieter glauben, wenn sie die KC-Kosten auf den Zimmerpreis aufschlagen, haben sie die gleiche Gewinnspanne pro Person, aber mehr Gäste, eben durch die KC. Dieser Gedankengang ist zunächst richtig, doch weitere Überlegungen sind zu berücksichtigen: Ob das „Mehr“ an Gästen tatsächlich auf die KC zurückzuführen ist, ist unbelegbar; die Gästezahl könnte auch aus anderen Gründen gestiegen sein. Im Gegenzug leidet die Wettbewerbsfähigkeit unter der Preiserhöhung. Insbesondere Personen, welche nichts unternehmen möchten bzw. können und wissen, dass sie durch ihren Zimmerpreis die Aktivitäten anderer mitbezahlen, werden einen KC-Betrieb meiden. Kein Vermieter kann wissen, wieviel mehr Gäste er ohne KC hätte! Ganz unabhängig vom KC-Gewinn, den sich manche Gastgeber durch Vermutungen gestützt zurechtlegen, ist immer ein Betrag an die KC-GmbH abzuführen, der durch ein Mehr an Übernachtungen ausgeglichen werden muss, ansonsten ist es ein Minusgeschäft. Die Kosten, egal ob diese zu 100% auf den Zimmerpreis aufgeschlagen werden oder nur zum Teil oder gar nicht, trägt übrigens letztlich immer der Gast – und zwar alle Kosten, anderweitig würde sich eine Vermietung als geschäftlich sinnlos erweisen.
Wie oben erwähnt, ist derzeit noch nicht geklärt, ob solch ein Aufschlag auf den Zimmerpreis mit deutschem bzw. europäischem Recht konform geht.

Weitere Risiken

Hinzu kommt, dass Vermieter ein erhebliches Haftungsrisiko tragen. Kommt es zu einem folgenschweren Unfall eines Gastes bei einem Leistungsträger, welcher für die entstehenden Kosten (bei lebenslanger Behinderung durchaus mehrere Millionen Euro) nicht ausreichend abgedeckt ist, verlagert sich die Kostenverpflichtung auf den Vermieter. Die KC-GmbH prüft nicht nach, ob die Leistungsträger abgesichert sind - ein unglaubliches Versäumnis.
Zudem ist letztlich immer noch nicht geklärt, ob Vermieter durch die Ausgabe der KC zu Veranstaltern werden. In diesem Fall ist nach § 651 der Reiserechts für jeden Vermieter der Abschluss einer Reise-Insolvenzversicherung mit dem nötigen Aufwand und i.d.R. einer mehreren Tausend Euro hohen Kautionsrücklage erforderlich.

Situation der Leistungsträger

Die großen Verlierer des KC-Systems sind die Leistungsträger. Sie stehen einer enormen Einkaufsmacht gegenüber, welche die Preise diktiert. Selbst haben sie kein Recht, ihre Preise zu gestalten, sie müssen sich dem Druck des KC-Syndikats beugen. Nur ca. 50% des normalen Verkaufspreises wird den Leistungsträgern offiziell aus dem KC-Topf zugestanden. In der Realität sind es laut Aussage einiger Leistungsträger manchmal nur 30% bis 40%, da dies von den Bewertungen abhängt, welche die KC-Managern willkürlich erstellen können. Manchen Betrieben wurde zu Vertragsbeginn sogar nur ein Viertel geboten. Doch weder von der Hälfte noch von einem Viertel kann ein Betrieb existieren!
Enthält der KC-Topf weniger Geld als vorgesehen, bekommen die Leistungsträger übrigens noch weniger ausbezahlt. Das System bedingt somit, dass die Leistungsträger das Ende der Kette darstellen und sämtliche Mehrkosten auszugleichen haben. Bei den Vermietern bleiben die Kosten gleich. Selbstverständlich ist auch der Lohn der KC-Manager gesichert, egal ob sie zufriedenstellend arbeiten oder nicht.

Die Manager der KC maßen sich die Behauptung an, dass sich KC-Buchungen bei KC-Leistungsträgern rentieren würden, obwohl diese nur etwa die Hälfte des normalen Entgeltes erhalten. Andererseits geben sie vor, dass unter der Gesamtkundenzahl nur 15% KC-Kunden sein dürfen (AZ, 21.08.2014). Dadurch signali-sieren die Geschäftsführer selbst, dass KC-Kunden unrentabel sind, bzw. dass 85% Vollzahler, auch Einheimische, vorhanden sein müssen, um den Verlust der 15% KC-Kunden auszugleichen!

Die Gewinnspanne von „gesunden“ Betrieben beträgt max. 25%, meist jedoch nur 5 - 10%. Hier ein Beispiel mit einer großzügigen Gewinnspanne von 15%: Eine Schneeschuhtour kostet 30 €, der Gewinn liegt bei 4,50 € (15 % aus 30 €); die Selbstkosten betragen folglich 25,50 € (30 € - 4,50 €). Bekommt der Veranstalter vom KC-Topf 60% (von 30 €), so reduzieren sich die Einnahmen auf 18 €. Fazit: Es fehlen ihm pro Gast 7,50 € (25,50 € - 18 €), um die Selbstkosten zu decken. Das bedeutet, dass sich der Verlust mit jedem KC-Kunden vervielfacht.
Damit sich die KC für Leistungsträger rentiert, darf die Ausschüttung nicht um einen höheren Betrag vermindert werden, als der Gewinn beträgt. Selbst wenn die KC-GmbH anstelle der 50% ganze 92,5% auszahlen würde, wäre die Gewinnspanne nur halb so groß wie ohne KC; schließlich sind 7,5 % (100% - 92,5%) nur die Hälfte der angenommenen Gewinnspanne von 15%. Selbst in diesem Fall müsste der Leistungsträger durch die KC doppelt soviele Gäste bekommen, um den Verlust auszugleichen. Einen Gewinn hätte er jedoch durch die KC immer noch nicht! Es dürfte auch nur wenige Betriebe geben, welche in der Hauptsaison Kapazitäten frei haben, da die Zwischensaison für Urlauber, wie vorab erwähnt, wenig attraktiv ist. Sonderangebote (KC) in der Hauptsaison sind überdies ein völliges Tabu, da dadurch die Vollzahler von Wenigzahlern verdrängt werden. Sämtliche erfolgsorientierte Gästekarten berücksichtigen dies, mit Ausnahme der KönigsCard und fünf weiteren nach demselben Muster und vom gleichen Rechtsanwalt gestrickten Karten.

Spezialfall Breitenbergbahn

Rein rechnerisch bringen 460 normal zahlende Gäste genauso viel wie 1000 KC-Gäste. Zu bedenken ist jedoch, dass 460 Personen wesentlich weniger Personal benötigen als 1000 (z. Aushändigen der Fahrkarten, z. Erläutern des Systems, Einstiegs-/Ausstiegshilfen, Reinigungskräfte u.a.) und weitaus weniger Wartungs-/Reparaturarbeiten verursachen. Zudem ist die Abnützung der Anlagen sowie die Gefahr von Diebstählen und Unfällen reduziert. Somit kann folgende Faustregel formuliert werden: 3x soviele KC-Gäste sind für den Ausgleich von Vollzahlern notwendig - dann ist aber durch die KönigsCard immer noch kein Gewinn erzielt! Die Zunahme an Gästen in unserer Region durch die KC beträgt keine 5% (und nicht einmal 5% sind belegbar, da man nicht weiß, wieviele Gäste ohne KC da wären), weshalb es völlig unmöglich ist, durch die KC 3x so viel Fahrten zu generieren. Außerdem wäre die Abfertigung der dreifachen Gästemenge v.a. in der Saison bzw. an Wochenenden (und da kommen die KC-Gäste) aus Kapazitätsgründen nicht möglich.
Das in Pfronten vielfach zu vernehmende Argument - die Bahn fährt ja sowieso, da entsteht kein Mehraufwand, wenn noch ein KC-ler hinauffährt, dieser bringt immerhin auch ein paar Euro ein - ist illusorisch. Teilt man die gesamten Kosten eines Betriebes wie z.B. der Breitenbergbahn (BB) durch die Anzahl der Beförderungen, erhält man den Wert, der notwendig ist um Null auf Null zu arbeiten. Bei der BB beträgt dieser Wert ca. 15 €, von der KönigsCard erhält die BB aber nur ca. 7 Euro pro Fahrt. Mit jeder KC-Fahrt verschenkt die BB somit ca. 8 € an den Kunden, welche durch Vollzahler, also auch Einheimische auszugleichen sind! Im Juli 2016 konnte die BB 18000 Fahrten verzeichnen. Davon waren 7000 (40%) KC-Gäste. 7000 KC-Gäste x 8 € bedeuten 56000 Euro entgangene Einnahmen allein im Juli!
KC-Kunden lassen sich übrigens nicht begrenzen. Eine Bedienstete an der Kasse einer Bergbahn darf KC-Gäste nicht abweisen, sondern muss ihnen das vertragliche Beförderungsrecht gewähren. Und nicht zu vergessen: Es gibt auch Tage mit 80 % KC-Gästen! Somit ist es offensichtlich, dass die KönigsCard für die BB unrentabel ist. Gleichermaßen verhält es sich bei anderen Pfrontener Freizeiteinrichtungen: Tennis- und Eissporthalle, Alpenbad, Skizentrum - wobei zu bedenken ist, dass die 3-Stundenkarten nicht den normalen Vertragsbedingungen unterliegen, sondern einem Status mit besonderer Bezuschussung. Genauere Berechnungen sind für Außenstehende nicht nachvollziehbar, da der zuständige Geschäftführer B. Trinkner die grundlegenden Daten nicht zur Verfügung stellt, auch nicht den Gemeinderäten. Unbehellt der Rechtswidrigkeit ist dies ein weiteres Beispiel für Undurchsichtigkeit, bewusste Unterdrückung der Wahrheit, gezielte Verhinderung parlamentarischer Kontrolle sowie Verzweiflung.

Verwerflicher Einsatz von Tourismusmanagern und Millionen-Verlust

Eine Tatsache, welche enorme Schäden verursacht, liegt in der Vorortwerbung, z.B. durch großflächige Plakate, Zeitungen, Tourismusbüros u.a. Diese bewirken, dass vollzahlende Gäste, die bereits in unserer Region ihren Urlaub verbringen und für die man in Werbung investiert hat, beim nächsten Urlaub ggf. zu weniger zahlenden Gästen umprogrammiert werden.
Warum die KC enorme Verluste für die Region bedeutet, wird u.a. aus einem Leserbrief von W. Häußler deutlich: „Wenn die Zahl im Bericht der AZ stimmt, haben die KC-Gastgeber 770 000 Übernachtungen im Jahr. Wenn jeder Gast nur 13 Euro pro Tag einspart, gehen dem Gebiet dadurch 10 Millionen Euro verloren.“
Bei einem Selbstversuch durch Nutzung der KC im Jahr 2015 habe ich (T. Freudig) 149,50 Euro an einem Tag gespart! Woran man erkennt, dass Häußler mit 13 Euro pro Tag sehr vorsichtig gerechnet hat. Gemäß meinen Erfahrungen (immer wieder treffe ich Gäste, welche mir voller Stolz berichten, wie intensiv sie die KC nutzen), dürften es im Schnitt mindestens 26 Euro sein, welche der Gast pro Tag einspart. 770 000 Übernachtungen x 26 sind 20 Millionen pro Jahr bzw. 200 Mio in 10 Jahren, die unserem Gebiet fehlen! Hinzu frisst die KC-Geschäftsstelle jährlich ein halbe Mio. auf. Der durch die KC entstehende Gesamtverlust ist keinesfalls durch die Akquisition weiterer Gäste auszugleichen, da der Großteil dieses Umsatzes in der Hauptsaison generiert wird und unsere Region in dieser Zeit kaum Kapazitäten frei hat. Außerdem ist nicht belegbar, dass KC-Betriebe mehr Übernachtungen als Nicht-KC-Betriebe haben; zahlreiche Hotels oder Vermieter beweisen das. Würden wir dennoch annehmen, durch die KC hätten wir z.B. 10 % mehr, dann wären es 77 000 Übernachtungen mehr. Würden diese pro Tag 70 Euro der Region lassen, wären dies 5,39 Mio. Damit wäre der Verlust von 20 Mio Euro bei weitem noch nicht ausgeglichen!

Bei den 770 000 Übernachtungen, mit welchen die KC-GmbH sich werbewirksam in den Medien präsentiert, ist zu beachten, dass diese Gäste nicht alle durch die KC zu uns gekommen sind. Diese Zahl wird erreicht, da die KC-GmbH in erster Linie Übernachtungsbetriebe bewirbt. Wird ein Übernachtungsbetrieb mit 20000 Übernachtungen gewonnen, bedeutet dies 20 000 KC-Übernachtungen mehr, aber es bedeutet nicht, dass diese Übernachtungen durch die KC generiert wurden, schließlich hatte das Haus die 20000 Übernachtungen ja auch schon ohne KC.
Eine weitere Augenwischerei besteht in der Argumentation, dass ein Gast, der bei einer Bergbahn Geld spart, es dafür in der Berghütte ausgibt. Hierzu sei bemerkt, dass das KC-System auf Billigtourismus ausgerichtet ist, also Urlauber anspricht, die mit ihrem Urlaubsgeld haushalten müssen, also ungern Geld ausgeben und gerade deshalb Billigangebote nutzen. Geld anderweitig auszugeben, widerspräche deren Philosophie.
Würde der Gast konträr zu dieser Haltung tatsächlich das Geld, das er bei der Bergbahn spart, in der Berghütte ausgeben, wäre dies immer noch keine Wertschöpfung, denn es bliebe dadurch ja die gleiche Menge Geld in der Region. Also kein Mehrwert, sondern nur eine Verlagerung von einem KC-Betrieb, der dem KC-System Rabatt gewährt (also Geld schenkt), auf einen Gastronomiebetrieb, der normalerweise nicht zum KC-System gehört und somit nur eine Schmarotzerrolle ausfüllt.

Um ein reales Ergebnis zur (Un-)Rentabilität der KC zu erhalten, müssten sämtliche Gäste befragt werden. Eine Befragung gab es aber noch nie, genauso wenig wie eine seriöse Berechnung durch ein neutrales Institut.

Immer wieder wird die Freiwilligkeit der Beteiligung an der KC ins Feld geführt, welche jedoch tatsächlich nicht gegeben ist. Es gibt hintergründig Zwänge, ausgelöst durch Privilegien, die man sich von der „Obrigkeit“ erhofft oder erwartet, bzw. auf die man nicht verzichten kann. Nichtteilnahme bedeutet Diskriminierung, öffentliche Kritik am System KönigsCard wird sanktioniert; im Fall eines Leistungsträgers wurden auf der gemeindlichen Tourismus-Internetseite die Verlinkungen auf dessen Unternehmen gelöscht, und dies im vollen Bewusstsein, dass das Unternehmen durch Steuern finanziell die Internetseite mitträgt und ein bedeutender Attraktivitäts- und Qualitätsbaustein im touristischen Segment des Ortes verlorengeht.

Die Werbebotschaften der KC-Manager wiederholen sich: Vier Regionen seien beteiligt, immer noch mehr Leistungsträger und Vermietungsbetriebe treten bei. Verschwiegen wird, dass in der Ferienregion Reutte lediglich ein Haus dabei ist, in Füssen, Faulenbach, Weißensee und Hopfen zusammen waren gerade mal zwei Vollhotels vertreten, eins davon ist bereits wieder ausgestiegen, in Schwangau ist gar kein Hotel dabei. Eine ganze Reihe von Unterkünften hat sich bereits von der KC getrennt, mehr als 60 Leistungen sind in der Abrechnungstabelle, gegenüber der Vorjahre, nicht mehr zu finden! Auch das wird verschwiegen!

Noch nie gab es bei uns ein touristisches Marketingprojekt, das so viel Unfrieden erzeugte. Zahlreiche zuvor befreundete Einheimische sind durch die KC in Streit geraten. KC-Befürworter schicken keine Gäste mehr an Leistungsträger, welche sich gegen die KC auflehnen. Selbst wenn es die KC nicht mehr gibt, ist keine Zusammenarbeit mehr zu erwarten, da man den Gegnern dann wohl aus Unkenntnis vorwerfen wird, dass sie etwas Gutes zerstört haben. All das verdanken wir einigen wenigen Tourismusvertretern.

© Toni Freudig, Pfronten, 17.02.2017




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