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Bergsteiger Biografie Toni Freudig

Der Pfrontner Bergführer Toni Freudig begann seine alpine Laufbahn mit elf Jahren und einem 7m langen Heuseil. Von fachgerechter Sicherung hatten er und sein damaliger Kumpel keine Ahnung, dafür aber viel Glück! So ließen ihn die Berge nicht mehr los.
Geboren wurde Toni Freudig am 17.03.1959 in der oberen Stube seines Elternhauses. Grund- und Hauptschule sowie eine Werkzeugmacherlehre folgten. 1982 beendete er als Deutschlands jüngster Bergführer die Ausbildung zum Staatlich geprüften Berg- und Skiführer. Drei Jahre später wurde er Staatlich geprüfter Skilehrer. Es folgte die Berufsausbildung zum Rettungssanitäter und die Zusatzausbildung zum Internationalen Canyoning-Guide. Zwischendurch wurden Prüfungen zum Bergwachtmann und Drachenfliegerpilot abgelegt sowie Volkshochschulkurse in Englisch, Spanisch und Französisch besucht. Heute ist Toni Freudig Inhaber und Leiter einer Agentur für Bergsport in Pfronten.
1978 überschattete ein Lawinenunfall sein Leben. 500 Höhenmeter wurde er am heimischen Breitenberg ins Tal gerissen. Sein Begleiter konnte nur noch tot geborgen werden. Schwere Verletzungen zwangen Toni zu vier Monaten Krankenhausaufenthalt, es drohte die Amputation eines Fußes. Kaum ein Jahr später geriet bei Zimmererarbeiten seine Hand in ein Kreissägenblatt. Wieder sechs Wochen Krankenhaus. Schweres Klettern schien von nun an ein Traum zu bleiben. Doch der junge Bergbegeisterte ließ sich nicht unterkriegen.
In den 70er und 80er Jahren zog es Toni Freudig zunächst in die Dolomiten, wo er klassische Routen wie den Tofana-Pfeiler, die Große Zinne Nordwand und Marmolata Südwand durchstieg. Danach wurden die Westalpen interessant. Mit 23 Jahren wagte er sich mit einem gleichaltrigen Kletterpartner zum ersten Mal durch die Eiger-Nordwand. Den zweiten Durchstieg absolvierte er als Hauptdarsteller eines ZDF-Films über die 50 Jahre zurückliegende Erstbegehung der Eiger-Nordwand. Die dritte Besteigung erfolgte als Bergführer mit einem Kunden.
In der Folge füllten weitere große Routen Freudigs Tourenbuch: der Freney-Pfeiler am Mt. Blanc, der Bonatti-Pfeiler und die Direkte American an der Dru, die Droites-Nordwand (seilfrei), der Walker-Pfeiler am Grand Jorasses (mit Führungsgast). Im Alleingang durchstieg er die Nordwand der Les Courtes und des Matterhorns. Zu seinen klettertechnisch schwersten Wiederholungen zählen die Pumprisse an der Fleischbank und „Locker vom Hocker“ an der Schüsselkarspitze. Freudigs großartigstes Klettererlebnis in Übersee war die Salathé-Route am El Capitan.
Weitere Herausforderungen suchte Toni Freudig in Form von sog. „Speed“-Begehungen: Die die Ortler-Nordwand bewältigte er in 1 Std. 47 Min. (Rekordzeit über viele Jahre), die Gimpel-Nordwand in 32 Min., die Schusterführe am Hochwiesler in 12 ½ Min. Für das Projekt „Tannheimer Express“ (1985), eine Aneinanderreihung von 15 Kletterrouten im 4. bis 6. Grad im Auf- und Abstieg, benötigte Freudig 4 Std. 39 Min. Insgesamt viermal absolvierte er einen Ultra-Trail in den heimischen Bergen, bei dem er jeweils sämtliche Berge, die seinen Heimatort Pfronten umrahmen, nonstop bewältigte (12 Berge, 5400 Hm, 80 km, Bestzeit 15 Std. 27 Min.). Die „Pfrontner Seven Summits“, ebenfalls eine von Freudigs Projekt-Ideen, konnte er 11 Std. 42 Min. (4000 Hm, 54 km) durchziehen.
Während seiner Bergsteigerlaufbahn zog es Toni immer wieder in die heimischen Kletterberge. Bereits im Alter von 16 Jahren durchstieg er in Wechselführung die gefährliche Aggenstein-Nordostwand, mit 22 Jahren rang er ihr die erste Alleinbegehung ab. Im Laufe der Zeit gelangen ihm über 50 Erstbegehungen, darunter der Judenpfeiler am Gimpel, mit welchem der 8. Grad in den Tannheimern eingeführt wurde.
Ab 1988 widmete sich Toni Freudig über 10 Jahre aus Eigeninitiative und unentgeltlich der besseren Absicherung der Tannheimer Kletterrouten, was ihm neben viel Anerkennung auch herbe Kritik einbrachte. Als 1997 ein ausgebrochener Haken drei Kletterern das Leben kostete, initiierte Freudig eine großangelegte Sanierungsaktion. Mit Spendengeldern in Höhe von 50 000.- EUR konnten Toni und seine Helfer 113 Kletterrouten mit sicheren Bohrhaken ausstatteten. Während in den 10 Jahren vor dieser Sanierungsaktion 23 Kletterer in den Tannheimern tödlich verunglückt waren, wobei bei einem Drittel die Sicherungen versagt hatten, gab es bis heute (20 Jahre danach) noch keinen einzigen Todesfall in einer von Freudig sanierten Kletterroute.
An hohen Bergen außerhalb der Alpen war der Pfrontner Bergführer erstmals 1980 in Nepal mit drei 6000er-Besteigungen im Alleingang erfolgreich. Seine größte Leistung war wohl 1981 ein 8-tägiges Solo durch die Westflanke des 7120 m hohen Trisul in Indien (erste Durchsteigung). 1986 nahm Freudig an einer Expedition zum K2 und Broad Peak teil, wobei er den 8028 m hohen „Rocky-Summit“ des Broad Peak bezwang.
Als Bergführer und Leiter einer Agentur für Bergsport hat Toni Freudig in den letzten Jahren sein Bergsteiger-Fernreisen-Angebot immer weiter ausgebaut und ist häufig in den Anden unterwegs, so dass zwischenzeitlich ca. 70 Fünftausender und 60 Sechstausender seine Gipfelliste füllen. 2010 gelang es ihm in 10 Tagen 10 Sechstausender in Chile zu besteigen. 2014 konnte er sein Projekt „7 Summits der Anden“ (die jeweils höchsten Anden-Gipfel der 7 Andenländer) als erster Europäer und in Rekordzeit erfolgreich ad acta legen.
Doch nicht nur in der Praxis war der Pfrontner Bergführer aktiv. Als Ergebnis seiner Outdoor-Arbeit entstanden mehrere Kletterführer über die Wolfebnerspitze und die Tannheimer Berge welche in ihrer Genauigkeit bis heute unübertroffen sind, sowie das Buch Bergrettung. Vier Jahre arbeiteten Toni Freudig und Adi Martin intensiv an diesem umfassenden Lehrbuch. Leider wurde auch dieses Projekt von Kritik und Anfeindungen begleitet, was letztlich dazu führte, dass er und sein Co-Autor die Bergwacht verließen und somit ihre Herzensangelegenheit, in Not geratenen Bergsteigern zu helfen, aufgeben mussten. Bis heute hat das Buch den Ruf des besten deutschsprachigen Bergrettungslehrbuches.




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